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Die Unwirtlichkeit der Welt in der wir leben.
Urbane Wirklichkeiten, urbane Penner, Militanz & Sprachstörung, Ausgrenzung & Fettlebe.
Utopieverlust & Desillusionierung. Kathrin Röggla (geb. 1971 in Salzburg) und Ulrich Peltzer
(geb. 1956) schreiben über Wirklichkeiten aus dem Berlin der Jetztzeit, einer Lebenswelt
im permanenten Wandel, in der keine Zeit für Stillstand ist. Staccato, Filmschnitt, aus.
Tempo machen, nur nicht prekär werden. Nicht Pop, sondern Tiefenforschung. Nur das Wort zählt.
Unbequem, unangepasst und erfolgreich. Kathrin Röggla schreibt klein. Wiener Schule grüßt.
Jelinek, Mayröcker etc. Kein Problem. Sie gibt der hedonistischen Technofeierkultur ebenso
eine Stimme wie "menschen aus dem kontoeinzugs-milieu." Experimentell ist ein Begriff, der
dem hypnotischen Flow ihrer Textproduktion nur annähernd gerecht wird. Über allem thront
dieses Berlin, ein Gott ohne Ohren, fucking fake city, eine Welt, wo die einen nicht
schlafen, ihre Flugangst kostenintensiv therapieren und die anderen zur Schuldnerberatung
schleichen. Kathrin Röggla schreibt Prosa, Hörspiele und Theatertexte.
Eine Auswahl: "wir schlafen nicht" (2006), "Irres Wetter" (2000), "Abrauschen" (1997).
Ulrich Peltzer hat mit seinem Roman "Teil der Lösung" (2007) DEN Coup geschafft.
Gesellschaftsroman, Politthriller oder Liebesgeschichte. Alles wird hineingelegt in dieses Werk,
das von Kritik und Publikum gleichermaßen angenommen wurde. Frustrierter Thirtysomething aus
dem Medienprekariat trifft auf militante Aktivistin. Was ist Widerstand, was Selbstbehauptung?
Oberflächensymptomatik. Auch hier thront über allem eine Stadt, deren Wahrnehmung selten so
sprachmächtig beschrieben wurde. Ulrich Peltzer hat einen vielschichtigen Roman geschrieben,
der zur literarischen Sensation der letzten Monate wurde. 68 und die Folgen.
Der Berliner Literaturpreis 2008 der Stiftung Preußische Seehandlung ist der verdiente
Preis für einen Autor, der schon mit "Sünden der Faulheit" und "Bryant Park", dem Buch zu
9 /11 literarische Schwergewichte geschaffen hat.
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